Bundesamt für Naturschutz·Bonn·09. Juni 2026

Pilotprojekt molekulare und ökologische Methoden CITES Reptilien Madagaskar-Deutschland

Angebotsfrist:06. Juli 2026(abgelaufen)
Internationale Zusammenarbeit, Naturschutz

Unterstützung von NDFs zu CITES gelisteten Reptilien durch Kombination molekularer und ökologischer Methoden: Pilotprojekt in Madagaskar-Deutschland zählt in der EU zu einem der Hauptimportländer lebender Reptilien für den Heimtierhandel, darunter auch madagassische Arten und trägt damit eine besondere Verantwortung für ihren Schutz. Insgesamt 160 madagassischer Reptilienarten sind in den CITES Anhängen gelistet. CITES-Ausfuhrquoten in Madagaskar wurden im internationalen Vergleich historisch am häufigsten gebrochen, was eine unzureichende Korrektur von Ausfuhrquoten durch fehlende Daten zu Populationsgrößen und -dichten nahelegt (Morton, Nijman, & Edwards, 2024). Solche aktuellen, lokalen Daten fehlen insbesondere für madagassische Chamäleons (89 Arten in den CITES-Anhängen), was eine realistische Einschätzung des Gefährdungsstatus durch IUCN und Durchführung von NDFs durch die Wissenschaftlichen CITES Behörden in Madagaskar, aber auch der Einfuhrländer in der EU erschwert. Deutschland und die Wissenschaftliche Prüfgruppe in der EU haben seit vielen Jahren aufgrund mangelnder Bestandsdaten Schwierigkeiten bei der Bewertung der Naturverträglichkeit (NDF) von Einfuhren madagassischer Chamäleonarten für den Heimtierhandel, einer Kernaufgabe des BfN in der Umsetzung von CITES in der EU. In einer genetisch-ökologischen Kombinationsstudie sollen Untersuchungen in ausgewählten durch Wildentnahmen betroffenen Regionen Madagaskars durchgeführt werden. Dabei sollen durch geeignete wissenschaftliche Methoden exemplarisch der Populationszustand und populationsgenetische Eigenschaften verschiedener Chamäleonarten erfasst werden. Die Ergebnisse sollen unmittelbar bei Bewertungen der Nachhaltigkeit von Ein-/Ausfuhren dieser Arten verwendet werden. Die Ergebnisse sollen veröffentlicht, und den relevanten madagassischen Behörden und der CITES Gemeinschaft durch das BfN zur Verfügung gestellt werden.

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